Veroffentlicht am 6. Juli 2026 — Die Blockchain-Sicherheitsfirma CertiK hat am Montag ihren Hack3D H1 2026-Bericht vorgestellt, der alarmierende Zahlen fur die Web3-Branche offenbart.
Der Hack3D H1 2026-Bericht von CertiK dokumentiert 344 Sicherheitsvorfalle im ersten Halbjahr 2026. Die gesamten Bruttoverluste belaufen sich auf uber 1,31 Milliarden US-Dollar. Nach Abzug eingefrorener und wiederhergestellter Mittel verbleiben Nettoverluste von rund 1,2 Milliarden USD. Im Vergleich zum Vorjahr, bereinigt um den Bybit-Basiswert, entspricht dies einem Anstieg von 28 Prozent.
Der Bericht wurde am Montag, den 6. Juli 2026, veroffentlicht und erfasst den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2026. Er basiert auf der kontinuierlichen Uberwachung von über 50 Blockchain-Netzwerken durch CertiKs Skynet- und SkyTrace-Tools.
Der Bericht hebt mehrere Vorfalle hervor, die die Verluststatistik dominieren. Im Januar 2026 verzeichnete die Branche einen Verlust von etwa 180 Millionen USD, vorwiegend durch Phishing-Angriffe auf dezentrale Borsen. Im Marz ereignete sich ein größerer Brucke-Hack im Layer2-Bereich, der allein 220 Millionen USD Verlust verursachte und die NEAR-bezogene Infrastruktur betraf.
April und Mai 2026 brachten jeweils über 200 Millionen USD an Verlusten, wobei Smart-Contract-Exploits und Privatschlussel-Kompromittierungen die Hauptursachen waren. Der Juni verlief vergleichsweise ruhiger mit rund 150 Millionen USD, was teilweise auf verbesserter Marktwachsamkeit zurucksufuhren ist.
CertiK kategorisiert die Vorfalle nach Angriffsvektoren. Mit großem Abstand fuhrt der Bereich Privatschlussel-Kompromittierung, der etwa 35 Prozent der Gesamtverluste ausmacht. Phishing-Angriffe folgen mit rund 25 Prozent. Smart-Contract-Exploits tragen etwa 20 Prozent bei, wahrend Brucken-Hacks ungefahr 15 Prozent ausmachen. Die verbleibenden 5 Prozent entfallen auf Oracle-Manipulationen und andere Nischenangriffe.
Bemerkenswert ist, dass die durchschnittliche Schadenssumme pro Vorfall bei etwa 3,8 Millionen USD liegt. Die Medianzahl ist jedoch deutlich niedriger, was darauf hindeutet, dass einige wenige Massenvorfalle die Statistik verzerren.
Ethereum bleibt das am häufigsten angegriffene Netzwerk, gefolgt von BNB Chain und Solana. Layer2-Netzwerke wie Arbitrum, Optimism und NEAR verzeichneten im ersten Halbjahr 2026 eine uberproportionale Zunahme von Angriffen, was mit dem raschen Wachstum des TVL in diesen Netzwerken korreliert.
Geografisch konzentrierten sich die Angriffe auf Projekte mit Entwicklungsteams in Sudostasien und Nordamerika. CertiK weist jedoch darauf hin, dass die geografische Verteilung der Angreifer nicht zuverlässig ermittelt werden kann.
Der Bericht hat bereits Reaktionen aus der Branche ausgelost. Mehrere grote DeFi-Protokolle haben ihre Sicherheitsaudits aufgefrischt und bug-bounty-Programme ausgeweitet. Die Blockchain-Sicherheitsbranche selbst erlebt einen Zustrom an Investitionen, da Versicherungsprodukte und Echtzeit-Uberwachungstools zunehmend nachgefragt werden.
Auf regulatorischer Ebene haben die USA, die EU und Singapur erneut ihre Bemuhungen zur Einfuhrung von DeFi-Regulierungen verstarkt. Die Europaische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) verwies in einer Stellungnahme auf die CertiK-Zahlen als Beleg fur den regulatorischen Handlungsbedarf.
Eine ermutigende Entwicklung aus dem Bericht ist die Steigerung der Wiederherstellungsquote. Rund 110 Millionen USD konnten durch die Zusammenarbeit zwischen CertiK, Krypto-Borsen und Strafverfolgungsbehorden eingefroren oder zurucksuerhalten werden. Dies entspricht etwa 8,4 Prozent der Bruttoverluste und stellt eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr dar.
CertiK fuhrt dies auf verbesserte Koordination und den Einsatz von KI-gestutzten Transaktionsuberwachungstools zurucksufuhren, die verdachtige Bewegungen in Echtzeit erkennen konnen.
Der Bybit-Basiswert bezieht sich auf das große Sicherheitsereignis bei Bybit im Vorjahr, das die damalige Statistik unverhaltnismaßig beeinflusste. CertiK berechnet zwei Zahlen: eine inklusive und eine exklusive dieses Ereignisses, um einen klareren Trendvergleich zu ermoglichen.
CertiK gilt als eine der fuhrenden Blockchain-Sicherheitsfirmen und betreibt kontinuierliche Uberwachungssysteme. Die Zahlen basieren auf offentlich verfugbaren On-Chain-Daten und eigenen Untersuchungen. Abweichungen zu anderen Berichten sind auf unterschiedliche Erfassungsmethoden zurucksufuhren.
Keine Borse kann absolute Sicherheit garantieren. Der Bericht zeigt jedoch, dass Borsen mit starken Sicherheitspartnerschaften, Versicherungen und Multi-Sig-Systemen besser abschneiden. Nutzer sollten eigenes Research betreiben und Best Practices wie 2FA einsetzen.
Verwenden Sie Hardware-Wallets für große Bestande, aktivieren Sie 2FA, klicken Sie nicht auf unbekannte Links, prufen Sie Smart-Contract-Berechtigungen regelmäßig und nutzen Sie nur auditierte Protokolle. Einige Mittelverluste lassen sich durch Wachsamkeit vermeiden.
CertiK gibt in seinem Bericht eine vorsichtige Prognose ab. Die gestiegene Wiederherstellungsquote und verbesserter Marktwachsamkeit sind positive Zeichen, aber die zunehmende Professionalisierung der Angreifer wird die Branche weiterhin vor Herausforderungen stellen.
NEAR wird als betroffene Anlage im Layer2-Kontext genannt, da mehrere Vorfalle mit Brucken und Protokollen im NEAR-Umfeld auftraten. Dies spiegelt das schnelle Wachstum des NEAR-Okosystems wider, das neue Angriffsflachen eroffnet.
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